Ich studiere Nachbergbau an der Technischen Hochschule Georg Agricola in Bochum. Mit vielen anderen jungen Menschen aus der ganzen Welt. Während eines Praktikums habe ich die Leitwarte kennengelernt, die über die stillgelegten Bergwerke wacht. Auch die Pumpwerke in den Revieren werden überwacht. Ohne sie und die Deiche würde sich unser Land in manchen Regionen in eine Seenlandschaft verwandeln. So hat es übrigens schon vor Jahrmillionen einmal ausgesehen. Als die Steinkohle entstand.
Darüber hat mein Vater als junger Bergmann schon einmal ausführlich berichtet. Benno Bergmanns Geschichte kannst du hier lesen. Er erzählt, wie die Steinkohle einst in die Erde kam und wie die Kohle an das Tageslicht gefördert und verarbeitet wurde. Du kannst ihn hier noch einmal begleiten und abtauchen in die Erdgeschichte, als in unserer Heimat noch Urwälder wuchsen und Saurier lebten.
Du erfährst, wie die Kohle an der Ruhr entdeckt worden ist, warum der Bergmann die Steinkohle auch das „schwarze Gold“ nennt und wie sich das Ruhrgebiet entwickelte. Soweit der Bericht meines Vaters, den ich um ein paar aktuelle Zahlen aus den letzten Jahren ergänzt habe. Danach erzähle ich euch von der Gegenwart und Zukunft des Reviers.
Ein großer Arbeitgeber in der Nachbergbauzeit ist die RAG Aktiengesellschaft. Zusammen mit der RAG-Stiftung sorgt sie dafür, dass es der Region auch nach der Bergbau-Ära gut geht. Es wird in neue Arbeitsplätze, Wohnungen und Freizeiteinrichtungen investiert. Es gibt viele neue Ideen für die alten Zechenstandorte. So wird heute auf einigen Bergbauflächen grüner Strom produziert. Andere Standorte sorgen als Industriedenkmäler oder Museen dafür, dass die Bergbau-Geschichte lebendig bleibt.
Ich begleite dich. Ich gebe dir Tipps zum Nachlesen und natürlich für schöne Ausflüge. Denn wer so viel über Kohle gelernt hat wie du, der hat sicher Lust, auf Entdeckungsreise zu gehen.
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Meiler zur Herstellung von Holzkohle
Herstellung von Holzkohle
Die einzelnen Holzstücke werden zu einem kegelförmigen Haufen geschichtet und mit Erde und Rasen abgedeckt. So ein Haufen wird Meiler genannt. Nur durch kleine Öffnungen im Meiler gelangt Luft unter die Abdeckung.
Das Ziel ist es, möglichst nicht das Holz, sondern nur die aus dem erhitzten Holz entweichenden Gase zu verbrennen. An dem aufsteigenden Rauch kann der Köhler sehen, ob die Verkohlung gelungen ist. Dann verschließt er die Luftöffnungen, und der Meiler kühlt langsam wieder ab. Die Holzkohle ist fertig. Heute gibt es in manchen Waldgebieten Köhler, die dieses alte Verfahren vorführen.
Schlägel und Eisen wurden zum Symbol für den Bergbau. Schon im Mittelalter taucht das Zeichen in vielen Stadtwappen auf.
Auch heute noch sind Schlägel und Eisen in manchen Stadtwappen enthalten. So zum Beispiel in St. Andreasberg/Harz, wo Erz abgebaut wurde, oder in den Bergbaustädten Gelsenkirchen und Herne im Ruhrgebiet, St. Ingbert im Saarrevier oder Peißenberg in Bayern.
Auch auf Landkarten findet man das Symbol als Kennzeichnung für ein Bergwerk. Steht das Zeichen auf dem Kopf, zeigt es ein stillgelegtes Bergwerk an.
Skip ist das englische Wort für ein geschlossenes Fördergefäß aus Stahl, das ungefähr 17 Meter hoch, 3,50 Meter lang und 2 Meter breit ist.
Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km pro Stunde rasen zwei Skips über 30 Mal in der Stunde durch den Schacht von der Oberfläche zum Füllort und zurück – vollautomatisch.
Wenn der eine Skip unten ist, ist der andere oben.
So werden bis zu 1.000 Tonnen Kohle in der Stunde gefördert.
Bereits im 13. Jahrhundert wurde nach der Steinkohle gegraben. Von 1957 bis 2018 gab es im Ruhrrevier 140 Bergwerke. An der Lippe wurde die Kohle bis in einer Tiefe von 1.500 Meter abgebaut. Am 21.12.2018 wurde mit Prosper Haniel feierlich das letzte Bergwerk in Deutschland geschlossen.