Bianca Bergmann erklärt

Unsere Steinkohle

gestern – heute – morgen

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Bianca Bergmann erklärt

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Bildungsprojekt gefördert durch

Aus Steinkohle wird Koks

Vieles, was wir täglich benutzen, wird aus Eisen oder Stahl hergestellt. Nicht nur Autos, Motor- und Fahrräder, auch viele Dinge im Haushalt wie Töpfe und Besteck sind aus Eisen. Reines Eisen kommt in der Natur aber nicht vor.

Um es herzustellen, braucht man vor allem Eisenerz, Schrott und Koks. Das Eisenerz wird in Hochöfen geschmolzen und zu Eisen umgewandelt. Und dazu braucht man Koks.
 
Koks wird in einer Kokerei aus Kohle her­gestellt. Eine Kokerei ist im Prinzip nichts ­anderes als eine Reihe von Backöfen für Kohle. Diese Öfen sind beeindruckend groß: 6 bis 7 Meter hoch, 15 Meter lang und rund einen halben Meter breit ist jeder Ofen. Weil 35 bis 40 solcher Öfen nebeneinander stehen, spricht man von einer Koksofenbatterie.

Kokerei Prosper in Bottrop

Werkstatt

Gasbehälter

Wasserdampf

Kokslöschturm

„Schwarze Seite ”

Koksofenbatterie

„Weiße Seite”

Kohlenmischlager

Kokskohlenmühlen und -silo

Jeder dieser Öfen fasst etwa 80 Tonnen Kokskohle. So nennt man die Mischung verschiedener Kohlearten, die zusammen die optimale Koksgüte ergeben. Die Öfen werden einer nach dem anderen von oben befüllt, damit sie nie ausgehen. Bei 350 °C wird die Kohle weich. Bei der weiteren Erhitzung zersetzt sich die Kohle und es entweicht Gas. Dieses sammelt sich im oberen Teil des Ofens und wird abgeleitet. Mit einem Teil des Gases werden die Öfen beheizt.

Bei 1.200 bis 1.350 °C wird die Kohle zu Koks umgewandelt. Nun muss die Kohle im Ofen noch garen. Das dauert 20 bis 30 Stunden. Mit der Zeit wird die zum Koks umgewandelte Kohle wieder fest. Danach ist sie um ein Drittel leichter und hat ganz viele Poren. Sie besteht jetzt beinahe aus reinem Kohlenstoff. Nun werden die seitlichen Ofentüren geöffnet und der „Kokskuchen“ herausgedrückt.

Der glühende Koks fällt in einen Löschwagen. Der bringt ihn sofort zum Löschturm, wo der Koks mit Wasser abgelöscht wird. Sonst würde er an der Luft verbrennen. Der Bereich einer Kokerei, wo die Kohle in Koks umgewandelt wird, heißt „schwarze Seite“.

Es gibt auch eine „weiße Seite“. So nennt man den Bereich einer Kokerei, in der das Koksofengas gereinigt und aufgearbeitet wird. Die vielen Rohrleitungen und Gasbehälter sehen aus wie eine chemische Fabrik und das ist es auch.

Aus dem Koksofengas werden viele verschiedene Stoffe gewonnen, die für die chemische Industrie großen Wert haben. Neben dem Gas werden Stoffe gewonnen, die z. B. zu Düngemittel, Farben und vielen chemischen Produkten weiterverarbeitet werden.

Schema eines Koksofens

Befüllung des Löschwagens

„Weiße Seite” der Kokerei

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Meiler zur Herstellung von Holzkohle

Herstellung von Holzkohle

Die einzelnen Holzstücke werden zu einem kegelförmigen Haufen geschichtet und mit Erde und Rasen abgedeckt. So ein Haufen wird Meiler genannt. Nur durch kleine Öffnungen im Meiler gelangt Luft unter die Abdeckung.

Das Ziel ist es, möglichst nicht das Holz, sondern nur die aus dem erhitzten Holz entweichenden Gase zu verbrennen. An dem aufsteigenden Rauch kann der Köhler sehen, ob die Verkohlung gelungen ist. Dann verschließt er die Luftöffnungen, und der Meiler kühlt langsam wieder ab. Die Holzkohle ist fertig. Heute gibt es in manchen Waldgebieten Köhler, die dieses alte Verfahren vorführen.

Schlägel und Eisen wurden zum Symbol für den Bergbau. Schon im Mittelalter taucht das Zeichen in vielen Stadtwappen auf.

Auch heute noch sind Schlägel und Eisen in manchen Stadtwappen enthalten. So zum Beispiel in St. Andreasberg/Harz, wo Erz abgebaut wurde, oder in den Bergbaustädten Gelsenkirchen und Herne im Ruhrgebiet, St. Ingbert im Saarrevier oder Peißenberg in Bayern.
Auch auf Landkarten findet man das Symbol als Kennzeichnung für ein Bergwerk. Steht das Zeichen auf dem Kopf, zeigt es ein still­gelegtes Bergwerk an.

Skip ist das englische Wort für ein geschlossenes Förder­gefäß aus Stahl, das ungefähr 17 Meter hoch, 3,50 Meter lang und 2 Meter breit ist.

Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km pro Stunde rasen zwei Skips über 30 Mal in der Stunde durch den Schacht von der Oberfläche zum Füllort und zurück – vollautomatisch.

Wenn der eine Skip unten ist, ist der andere oben.
So werden bis zu 1.000 Tonnen Kohle in der Stunde gefördert.

Benno Bergmann hat für euch aufgeschrieben, wie die Arbeit eines Bergmanns aussah. Außerdem hat er erzählt, wie ein Bergwerk funktioniert. Die Bergleute arbeiteten in drei Schichten rund um die Uhr. Das alles kannst du in den folgenden Kapiteln nachlesen.

Bereits im 13. Jahrhundert wurde nach der Steinkohle gegraben. Von 1957 bis 2018 gab es im Ruhrrevier 140 Bergwerke. An der Lippe wurde die Kohle bis in einer Tiefe von 1.500 Meter abgebaut. Am 21.12.2018 wurde mit Prosper Haniel feierlich das letzte Bergwerk in Deutschland geschlossen.