Bianca Bergmann erklärt

Unsere Steinkohle

gestern – heute – morgen

Gefördert durch

Bianca Bergmann erklärt

Unsere Steinkohle

gestern – heute – morgen

Bildungsprojekt gefördert durch

Kohlensieberei

Die Kohle ist über Tage

Was die Skips ans Tageslicht befördern, ist nur zur Hälfte reine Steinkohle. Die andere Hälfte ist Gestein. Genauer gesagt Sandstein oder Tonschiefer.

Denn zwischen diesen Gesteinen lagert die Kohle in den Flözen. Und wenn der Walzenschrämlader oder der Kohlehobel die Kohle aus dem Flöz löst, wird auch viel von diesem Gestein mitgenommen. Der Bergmann nennt das Berge.

Als die Bergleute noch mit Schlägel und Eisen und später mit dem Presslufthammer arbeiteten, war das anders. Da haben sie die dicken Gesteinsbrocken gleich vor Ort aussortiert und unter Tage gelassen.

Dafür schaffen die modernen Maschinen heutzutage aber viel mehr in einer Schicht als die Bergleute früher. An einem normalen Arbeitstag werden pro Bergmann unter Tage heute rund 8.800 Kilogramm Kohle gefördert. Vor 50 Jahren waren es noch 1.500 Kilogramm.

Transportbänder bringen die Kohle vom Kohlenbunker am Förderschacht in eine riesige Kohlenmischhalle. Sie sieht fast aus wie ein Ufo, das auf dem Zechengelände gelandet ist.
Hier wird die Kohle aufgeschüttet und gemischt. Das macht man, um eine gleichmäßige Qualität der Kohle zu erreichen.

Dann wird sie über ein Band zur Aufbereitungsanlage befördert. Dort trennt eine Siebmaschine die Ladung nach der Größe in verschiedene Gruppen, vom dicken Brocken bis zum feinen Kohlenstaub. Und hier wird tatsächlich gewaschen.

Kohlenmischhalle

In der Kohlenwäsche wird nämlich die Kohle vom Gestein getrennt. Das ist ziemlich einfach, weil die Kohle etwas leichter ist als das Gestein.

So hilft ein sprudelndes Wasserbad, die ­Materialien zu trennen. Bei der Auf- und ­Abbewegung der Teilchen im Wasser werden die leichteren Kohlenstücke etwas weiter nach oben getrieben, die schweren Gesteinsteilchen sinken zu Boden.

Die Kohle wird an der Wasseroberfläche abgeschöpft, der Sandstein und der Tonschiefer bleiben am Boden. Jetzt muss die Kohle nur noch getrocknet werden, dann ist sie fertig für den Verkauf.

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Meiler zur Herstellung von Holzkohle

Herstellung von Holzkohle

Die einzelnen Holzstücke werden zu einem kegelförmigen Haufen geschichtet und mit Erde und Rasen abgedeckt. So ein Haufen wird Meiler genannt. Nur durch kleine Öffnungen im Meiler gelangt Luft unter die Abdeckung.

Das Ziel ist es, möglichst nicht das Holz, sondern nur die aus dem erhitzten Holz entweichenden Gase zu verbrennen. An dem aufsteigenden Rauch kann der Köhler sehen, ob die Verkohlung gelungen ist. Dann verschließt er die Luftöffnungen, und der Meiler kühlt langsam wieder ab. Die Holzkohle ist fertig. Heute gibt es in manchen Waldgebieten Köhler, die dieses alte Verfahren vorführen.

Schlägel und Eisen wurden zum Symbol für den Bergbau. Schon im Mittelalter taucht das Zeichen in vielen Stadtwappen auf.

Auch heute noch sind Schlägel und Eisen in manchen Stadtwappen enthalten. So zum Beispiel in St. Andreasberg/Harz, wo Erz abgebaut wurde, oder in den Bergbaustädten Gelsenkirchen und Herne im Ruhrgebiet, St. Ingbert im Saarrevier oder Peißenberg in Bayern.
Auch auf Landkarten findet man das Symbol als Kennzeichnung für ein Bergwerk. Steht das Zeichen auf dem Kopf, zeigt es ein still­gelegtes Bergwerk an.

Skip ist das englische Wort für ein geschlossenes Förder­gefäß aus Stahl, das ungefähr 17 Meter hoch, 3,50 Meter lang und 2 Meter breit ist.

Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km pro Stunde rasen zwei Skips über 30 Mal in der Stunde durch den Schacht von der Oberfläche zum Füllort und zurück – vollautomatisch.

Wenn der eine Skip unten ist, ist der andere oben.
So werden bis zu 1.000 Tonnen Kohle in der Stunde gefördert.

Benno Bergmann hat für euch aufgeschrieben, wie die Arbeit eines Bergmanns aussah. Außerdem hat er erzählt, wie ein Bergwerk funktioniert. Die Bergleute arbeiteten in drei Schichten rund um die Uhr. Das alles kannst du in den folgenden Kapiteln nachlesen.

Bereits im 13. Jahrhundert wurde nach der Steinkohle gegraben. Von 1957 bis 2018 gab es im Ruhrrevier 140 Bergwerke. An der Lippe wurde die Kohle bis in einer Tiefe von 1.500 Meter abgebaut. Am 21.12.2018 wurde mit Prosper Haniel feierlich das letzte Bergwerk in Deutschland geschlossen.