Kohlensieberei
Die Kohle ist über Tage
Was die Skips ans Tageslicht befördern, ist nur zur Hälfte reine Steinkohle. Die andere Hälfte ist Gestein. Genauer gesagt Sandstein oder Tonschiefer.
Denn zwischen diesen Gesteinen lagert die Kohle in den Flözen. Und wenn der Walzenschrämlader oder der Kohlehobel die Kohle aus dem Flöz löst, wird auch viel von diesem Gestein mitgenommen. Der Bergmann nennt das Berge.
Als die Bergleute noch mit Schlägel und Eisen und später mit dem Presslufthammer arbeiteten, war das anders. Da haben sie die dicken Gesteinsbrocken gleich vor Ort aussortiert und unter Tage gelassen.
Dafür schaffen die modernen Maschinen heutzutage aber viel mehr in einer Schicht als die Bergleute früher. An einem normalen Arbeitstag werden pro Bergmann unter Tage heute rund 8.800 Kilogramm Kohle gefördert. Vor 50 Jahren waren es noch 1.500 Kilogramm.
Transportbänder bringen die Kohle vom Kohlenbunker am Förderschacht in eine riesige Kohlenmischhalle. Sie sieht fast aus wie ein Ufo, das auf dem Zechengelände gelandet ist.
Hier wird die Kohle aufgeschüttet und gemischt. Das macht man, um eine gleichmäßige Qualität der Kohle zu erreichen.
Dann wird sie über ein Band zur Aufbereitungsanlage befördert. Dort trennt eine Siebmaschine die Ladung nach der Größe in verschiedene Gruppen, vom dicken Brocken bis zum feinen Kohlenstaub. Und hier wird tatsächlich gewaschen.
Kohlenmischhalle

In der Kohlenwäsche wird nämlich die Kohle vom Gestein getrennt. Das ist ziemlich einfach, weil die Kohle etwas leichter ist als das Gestein.
So hilft ein sprudelndes Wasserbad, die Materialien zu trennen. Bei der Auf- und Abbewegung der Teilchen im Wasser werden die leichteren Kohlenstücke etwas weiter nach oben getrieben, die schweren Gesteinsteilchen sinken zu Boden.
Die Kohle wird an der Wasseroberfläche abgeschöpft, der Sandstein und der Tonschiefer bleiben am Boden. Jetzt muss die Kohle nur noch getrocknet werden, dann ist sie fertig für den Verkauf.