Bianca Bergmann erklärt

Unsere Steinkohle

gestern – heute – morgen

Gefördert durch

Bianca Bergmann erklärt

Unsere Steinkohle

gestern – heute – morgen

Bildungsprojekt gefördert durch

Schema einer Bergsenkung

Kohleabbau verändert die Landschaft

Der Kohleabbau untertage hat auch die Landschaft über Tage verändert. Nicht nur die Zechengebäude, Fördertürme und Kokereien prägen das Gesicht der Region.

Auch die Erdoberfläche selbst ist anders als noch vor hundert Jahren. Einerseits sackte die Landschaft an manchen Stellen ab, weil unter der Erdoberfläche durch den Abbau der Kohle riesige Hohlräume entstanden sind. Durch diese Bergsenkungen haben sich manchmal sogar Seen gebildet.

Sie sind heute beliebte Ausflugsziele oder bieten zahlreichen Pflanzen und Tieren einen geschützten Lebensraum.

Andererseits wurde das Bergematerial, das mit der Kohle nach oben befördert worden ist, aufgehäuft. So entstanden richtige Berge, Halden genannt. Die Bergehalde Hoheward in Herten ist rund 110 Meter hoch.

Für viele Menschen ist die Bergehalde ein Ort der Erholung: Wandern, Spielen und ein Picknick machen in schöner Natur. Und kaum einer fragt sich, warum sich in der eigentlich recht „platten“ Landschaft des Ruhrgebiets ein Berg erhebt.

Halde Hoheward in Herten

Früher hatten die Bergwerke das mitgeförderte Gestein einfach über Förderbänder aufgeschüttet. Das Ergebnis waren schwarze spitze Berge.
Später wurde das Bergematerial mit Last­wagen in Schichten aufgeschüttet und verdichtet. So entstanden gestufte Halden, die man Tafelberge nennt.

Heute werden die Halden als Landschaftsbauwerke geplant und gestaltet. Sie sehen natürlich aus und sind vor allem schön bewachsen.

Nicht nur zahlreiche Pflanzenarten, auch viele Tiere haben sich hier angesiedelt. Pflanzen und Tiere, die Jahrzehnte lang kaum mehr Platz hatten im Ruhrgebiet. Jetzt sind sie zurückgekehrt.

Spitzkegelhalde
Tafelberg
Landschaftbauwerk

Entwicklung der Bergehalden

So sind diese Landschaftsbauwerke eine Bereicherung für die Region. Ein unverwechselbares Gesicht verliehen ihnen außerdem Künstler.

Tetraeder in Bottrop

Auf der Bottroper Halde steht zum Beispiel ein Tetraeder. Das ist eine große Pyramide aus Stahl, die man begehen kann. Mutige trauen sich bis oben hinauf, obwohl die Treppen schwanken und man durch die Gitterrost­stufen direkt nach unten sehen kann.

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Meiler zur Herstellung von Holzkohle

Herstellung von Holzkohle

Die einzelnen Holzstücke werden zu einem kegelförmigen Haufen geschichtet und mit Erde und Rasen abgedeckt. So ein Haufen wird Meiler genannt. Nur durch kleine Öffnungen im Meiler gelangt Luft unter die Abdeckung.

Das Ziel ist es, möglichst nicht das Holz, sondern nur die aus dem erhitzten Holz entweichenden Gase zu verbrennen. An dem aufsteigenden Rauch kann der Köhler sehen, ob die Verkohlung gelungen ist. Dann verschließt er die Luftöffnungen, und der Meiler kühlt langsam wieder ab. Die Holzkohle ist fertig. Heute gibt es in manchen Waldgebieten Köhler, die dieses alte Verfahren vorführen.

Schlägel und Eisen wurden zum Symbol für den Bergbau. Schon im Mittelalter taucht das Zeichen in vielen Stadtwappen auf.

Auch heute noch sind Schlägel und Eisen in manchen Stadtwappen enthalten. So zum Beispiel in St. Andreasberg/Harz, wo Erz abgebaut wurde, oder in den Bergbaustädten Gelsenkirchen und Herne im Ruhrgebiet, St. Ingbert im Saarrevier oder Peißenberg in Bayern.
Auch auf Landkarten findet man das Symbol als Kennzeichnung für ein Bergwerk. Steht das Zeichen auf dem Kopf, zeigt es ein still­gelegtes Bergwerk an.

Skip ist das englische Wort für ein geschlossenes Förder­gefäß aus Stahl, das ungefähr 17 Meter hoch, 3,50 Meter lang und 2 Meter breit ist.

Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km pro Stunde rasen zwei Skips über 30 Mal in der Stunde durch den Schacht von der Oberfläche zum Füllort und zurück – vollautomatisch.

Wenn der eine Skip unten ist, ist der andere oben.
So werden bis zu 1.000 Tonnen Kohle in der Stunde gefördert.

Benno Bergmann hat für euch aufgeschrieben, wie die Arbeit eines Bergmanns aussah. Außerdem hat er erzählt, wie ein Bergwerk funktioniert. Die Bergleute arbeiteten in drei Schichten rund um die Uhr. Das alles kannst du in den folgenden Kapiteln nachlesen.

Bereits im 13. Jahrhundert wurde nach der Steinkohle gegraben. Von 1957 bis 2018 gab es im Ruhrrevier 140 Bergwerke. An der Lippe wurde die Kohle bis in einer Tiefe von 1.500 Meter abgebaut. Am 21.12.2018 wurde mit Prosper Haniel feierlich das letzte Bergwerk in Deutschland geschlossen.