Bianca Bergmann erklärt

Unsere Steinkohle

gestern – heute – morgen

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Bianca Bergmann erklärt

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Bildungsprojekt gefördert durch

Das Ruhrgebiet der Zukunft

„Schicht im Schacht“ – so lauteten viele Überschriften von Zeitungsartikeln, die nach der Schließung der letzten Zeche Prosper Haniel in Bottrop im Dezember 2018 in ganz Deutschland erschienen sind. Schicht im Schacht sagt man in der Bergmannssprache, wenn etwas zu Ende ist. Aber das stimmt nicht so ganz.

Bergarbeiter der letzten Förderschicht auf Prosper Haniel am 15. August 2018

Bereits Ende 2015 war die letzte Schicht auf Auguste Victoria in Marl. Bergleute und der Künstler Norbert Then brachten die Skulptur „Bergmann“ unter Tage. Als Symbol für alle Bergleute, die in der Vergangenheit durch Grubenunglücke gestorben sind. 

Doch auch nach Ende der Förderung gibt es in der Nachbergbauzeit genug zu tun. Schicht im Schacht ist also noch lange nicht. Aber die Arbeit des Bergmanns hat sich sehr verändert.

Die ehemaligen Bergwerksstandorte müssen gesichert und saniert werden. Zur Sicherung gehört die ständige Kontrolle der Grubenwässer und die Entwässerung der Schächte. Zur Sanierung der Bergbauregionen zählt außerdem die neue Nutzung der Flächen. Dazu ist das Wissen der Bergleute sehr wichtig. 

Während die Arbeit der Bergleute in Deutschland als „Nachsorge“ bezeichnet wird, ist das bergmännische Fachwissen im Ausland sehr gefragt. Dort wird immer noch sehr viel Steinkohle abgebaut. 2023 betrug die weltweite Förderung 8.345 Mio. Tonnen. Heute sind die Hauptförderländer für die Steinkohle die Volksrepublik China, Indien und die USA.

Deshalb hat die Technische Hochschule Georg Agricola in Bochum keine Nachwuchssorgen. Nur hier gibt es den Masterstudiengang Geoingenieurwesen und Nachbergbau, wo auch Bianca als Studentin eingeschrieben ist.

Skulptur „Bergmann“ von Norbert Then, aufgestellt Untertage im Bergwerk Auguste Victoria, Marl.

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Meiler zur Herstellung von Holzkohle

Herstellung von Holzkohle

Die einzelnen Holzstücke werden zu einem kegelförmigen Haufen geschichtet und mit Erde und Rasen abgedeckt. So ein Haufen wird Meiler genannt. Nur durch kleine Öffnungen im Meiler gelangt Luft unter die Abdeckung.

Das Ziel ist es, möglichst nicht das Holz, sondern nur die aus dem erhitzten Holz entweichenden Gase zu verbrennen. An dem aufsteigenden Rauch kann der Köhler sehen, ob die Verkohlung gelungen ist. Dann verschließt er die Luftöffnungen, und der Meiler kühlt langsam wieder ab. Die Holzkohle ist fertig. Heute gibt es in manchen Waldgebieten Köhler, die dieses alte Verfahren vorführen.

Schlägel und Eisen wurden zum Symbol für den Bergbau. Schon im Mittelalter taucht das Zeichen in vielen Stadtwappen auf.

Auch heute noch sind Schlägel und Eisen in manchen Stadtwappen enthalten. So zum Beispiel in St. Andreasberg/Harz, wo Erz abgebaut wurde, oder in den Bergbaustädten Gelsenkirchen und Herne im Ruhrgebiet, St. Ingbert im Saarrevier oder Peißenberg in Bayern.
Auch auf Landkarten findet man das Symbol als Kennzeichnung für ein Bergwerk. Steht das Zeichen auf dem Kopf, zeigt es ein still­gelegtes Bergwerk an.

Skip ist das englische Wort für ein geschlossenes Förder­gefäß aus Stahl, das ungefähr 17 Meter hoch, 3,50 Meter lang und 2 Meter breit ist.

Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km pro Stunde rasen zwei Skips über 30 Mal in der Stunde durch den Schacht von der Oberfläche zum Füllort und zurück – vollautomatisch.

Wenn der eine Skip unten ist, ist der andere oben.
So werden bis zu 1.000 Tonnen Kohle in der Stunde gefördert.

Benno Bergmann hat für euch aufgeschrieben, wie die Arbeit eines Bergmanns aussah. Außerdem hat er erzählt, wie ein Bergwerk funktioniert. Die Bergleute arbeiteten in drei Schichten rund um die Uhr. Das alles kannst du in den folgenden Kapiteln nachlesen.

Bereits im 13. Jahrhundert wurde nach der Steinkohle gegraben. Von 1957 bis 2018 gab es im Ruhrrevier 140 Bergwerke. An der Lippe wurde die Kohle bis in einer Tiefe von 1.500 Meter abgebaut. Am 21.12.2018 wurde mit Prosper Haniel feierlich das letzte Bergwerk in Deutschland geschlossen.