Bianca Bergmann erklärt

Unsere Steinkohle

gestern – heute – morgen

Gefördert durch

Bianca Bergmann erklärt

Unsere Steinkohle

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Bildungsprojekt gefördert durch

Strom: Energie, die aus der Kohle kommt

Strom gehört für uns zum täglichen Leben. Ganz selbstverständlich. Er ist immer da und wird auch jederzeit gebraucht. Zum Kochen, Heizen, Musik hören… Die Steinkohle sorgt mit dafür, dass immer genügend Strom aus der Steckdose kommt.

In Kohlekraftwerken wird die Kohle in Strom umgewandelt.
Dazu braucht man neben der Kohle unter anderem auch viel Wasser.

Steinkohlenkraftwerk Bergkamen

Wasserdampf

Kühlturm

Kohlenmischlager

Strommast

Transportbänder

Kesselhaus

Schornstein

Abgasreinigung

Steuerwarte und Verwaltung

Hafen

Kohlekraftwerke waren die größten Kunden der deutschen Bergwerke. Von 10 Tonnen geförderter Steinkohle wurden rund 8 Tonnen in Strom umgewandelt. Heute wird die Importkohle per Bahn oder Schiff angeliefert.

Am Kraftwerk wird die Kohle zunächst auf den Lagerplatz geschüttet und noch einmal gemischt. So erzielt man eine gleichbleibende Qualität. Dann geht es über ein Transportband in die Kohlemühle. Hier wird die Kohle zu feinem Kohlenstaub gemahlen. 

Mit vorgewärmter Luft wird dieser schwarze Staub dann in die Brennkammern eines riesigen Heizkessels geblasen. Bei einer Temperatur von 1.300 °C wird der ­Kohlenstaub dort verbrannt. Die heißen Gase, die dabei entstehen, erhitzen das Wasser in einem Leitungssystem. Dadurch verdampft das Wasser.

Der Dampf in den Rohren ist über 500 °C heiß und steht unter hohem Druck. Damit treibt er eine Turbine an, die sich etwa 3.000 Mal in der Minute dreht.

Diese Turbine ist mit einem Generator gekoppelt. Dort dreht sich ein Magnet in einer elektrischen Spule und erzeugt auf diese Weise Strom.

Nachdem der Dampf in der Turbine ganze Arbeit geleistet hat, muss er im Kondensator abgekühlt werden. Der noch heiße Dampf trifft dort auf ein Rohrsystem, durch das kaltes Wasser vom Kühlturm geleitet wird.

Die Kohle wird zunächst in Wärmeenergie umgewandelt. Das Wasser im Leitungs­system wird zum Sieden gebracht und verdampft. Dieser Dampf treibt eine Turbine an.

Die Wärmeenergie wird dabei in Bewegungsenergie umgewandelt. Der Generator ­erzeugt schließlich elektrische Energie – den Strom.

Energieumwandlung

Hier wurde eine Turbine geöffnet, um sie zu prüfen.

Gipsplattenproduktion

Der Dampf kondensiert an den Rohren. Aus Wasserdampf wird Wasser, das zurück in den Heizkessel geleitet wird. Dort wird wieder Wasserdampf erzeugt. Der Kreislauf des Wassers ist geschlossen.

Ein zweiter Wasserkreislauf geht vom Kühlturm zum Kondensator. Dort nimmt er die Wärme des Wasserdampfes aus dem ersten Wasserkreislauf auf. Rund 30 °C warm ist das Wasser, wenn es dann im Kühlturm in die Höhe gepumpt wird. Von da rieselt es nach unten und kühlt dabei wieder ab.

Wasserdampf entweicht aber auch nach oben. Dicke weiße Wolken über den Kühltürmen sind ein typisches Bild. Doch das meiste Wasser wird zurück in den Kühlkreislauf geleitet.

Bei der Verbrennung der Kohle entsteht auch Rauchgas. Das wird mit Hilfe modernster Filtertechnik von Staub und Schadstoffen gereinigt. Erst dann lässt man es über hohe Schornsteine in die Luft entweichen.

Diese Gase bestehen vorwiegend aus ­Kohlendioxid, das in die Atmosphäre gelangt. Eine Erwärmung des globalen Klimas ist die Folge. Je weniger Kohle für eine Kilowattstunde Strom benötigt wird, desto umweltschonender ist dies.

In der Filteranlage bleiben Asche und Gips zurück. Diese Rückstände bilden die Grundlage für die Herstellung von Bausteinen und Gipsplatten, die in der Industrie eingesetzt werden.

In den letzten Jahrzehnten konnte der Wirkungs­grad der Steinkohlen­kraft­werke deutlich verbessert werden. Waren es 1990 noch 40 %, sind es heute schon 44,3 % – und bald sollen es sogar 50 % werden.

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Meiler zur Herstellung von Holzkohle

Herstellung von Holzkohle

Die einzelnen Holzstücke werden zu einem kegelförmigen Haufen geschichtet und mit Erde und Rasen abgedeckt. So ein Haufen wird Meiler genannt. Nur durch kleine Öffnungen im Meiler gelangt Luft unter die Abdeckung.

Das Ziel ist es, möglichst nicht das Holz, sondern nur die aus dem erhitzten Holz entweichenden Gase zu verbrennen. An dem aufsteigenden Rauch kann der Köhler sehen, ob die Verkohlung gelungen ist. Dann verschließt er die Luftöffnungen, und der Meiler kühlt langsam wieder ab. Die Holzkohle ist fertig. Heute gibt es in manchen Waldgebieten Köhler, die dieses alte Verfahren vorführen.

Schlägel und Eisen wurden zum Symbol für den Bergbau. Schon im Mittelalter taucht das Zeichen in vielen Stadtwappen auf.

Auch heute noch sind Schlägel und Eisen in manchen Stadtwappen enthalten. So zum Beispiel in St. Andreasberg/Harz, wo Erz abgebaut wurde, oder in den Bergbaustädten Gelsenkirchen und Herne im Ruhrgebiet, St. Ingbert im Saarrevier oder Peißenberg in Bayern.
Auch auf Landkarten findet man das Symbol als Kennzeichnung für ein Bergwerk. Steht das Zeichen auf dem Kopf, zeigt es ein still­gelegtes Bergwerk an.

Skip ist das englische Wort für ein geschlossenes Förder­gefäß aus Stahl, das ungefähr 17 Meter hoch, 3,50 Meter lang und 2 Meter breit ist.

Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km pro Stunde rasen zwei Skips über 30 Mal in der Stunde durch den Schacht von der Oberfläche zum Füllort und zurück – vollautomatisch.

Wenn der eine Skip unten ist, ist der andere oben.
So werden bis zu 1.000 Tonnen Kohle in der Stunde gefördert.

Benno Bergmann hat für euch aufgeschrieben, wie die Arbeit eines Bergmanns aussah. Außerdem hat er erzählt, wie ein Bergwerk funktioniert. Die Bergleute arbeiteten in drei Schichten rund um die Uhr. Das alles kannst du in den folgenden Kapiteln nachlesen.

Bereits im 13. Jahrhundert wurde nach der Steinkohle gegraben. Von 1957 bis 2018 gab es im Ruhrrevier 140 Bergwerke. An der Lippe wurde die Kohle bis in einer Tiefe von 1.500 Meter abgebaut. Am 21.12.2018 wurde mit Prosper Haniel feierlich das letzte Bergwerk in Deutschland geschlossen.