Bianca Bergmann erklärt

Unsere Steinkohle

gestern – heute – morgen

Gefördert durch

Bianca Bergmann erklärt

Unsere Steinkohle

gestern – heute – morgen

Bildungsprojekt gefördert durch

Neues Leben auf alten Standorten

Der Steinkohlenbergbau hat in den Revieren deutliche Spuren hinterlassen. Einst waren die Zechengebäude und Fördergerüste der Mittelpunkt eines Stadtteils. Um dieses industrielle Zentrum herum entstanden Zechensiedlungen, Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und vieles mehr.

Inzwischen sind alle Bergwerke geschlossen. Der einstige Mittelpunkt eines Stadtteils ist zu einer Brachfläche geworden. Fördertürme und Industriegebäude werden jetzt zu wichtigen Denkmälern der Industriegeschichte. Aber viele Gebäude können nach einer Modernisierung für andere Dinge genutzt werden. So gibt es für ehemalige Bergbauflächen neue Konzepte für Wohnen, Arbeit, Freizeit und Erholung, Bildung und Kunst. 

Damit verbessern sich die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort. Aber zunächst einmal müssen die Brachflächen ordentlich aufgeräumt werden. Der Boden und das Sickerwasser werden auf Schadstoffe untersucht. Neue Haldenwege, Straßen und Gewässer werden angelegt. Erst dann folgen Wohnsiedlungen, Naherholungsgebiete, Gewerbe- und Technologieparks und der Ausbau der Wind-, Wasser- und Sonnenenergie.

Diese Aufgabe hat die RAG Montan Immobilen übernommen. Gemeinsam mit den Städten, den Bürger/-innen und dem Natur- und Umweltschutz werden seit über 40 Jahren Konzepte für die Entwicklung ehemaliger Bergbauflächen erarbeitet. Wo einst die „verbotenen Städte“ waren, wird heute gewohnt, gespielt und gearbeitet. Hier sind ein paar Beispiele aus den Revieren.

Ruhrrevier

Ruhrrevier

Was: Kokerei Hassel, Baubeginn 1952
Wo: Gelsenkirchen
Wann: Stilllegung 1999, Abriss 2003, Sanierung seit 2016

Wie groß: 36 Hektar
Was entsteht: Stadtteilpark Hassel, ­ Erholung, ­Freizeit, Wohnen

Was ist besonders:
begrünte Bergehalden, Seefläche, Skatepark, Fuß- und Radwegnetz

Die RAG-Repräsentanz in der ehemaligen Maschinenhalle des Bergwerkes Saar

 Saarpolygon auf der Bergehalde

Saarrevier

Was: Bergwerk Ensdorf, Standort Duhamel, Förderung seit 1830
Wo: Ensdorf
Wann: Stilllegung 2012

Wie groß: 140 Hektar
Was entsteht: Neue Arbeitsplätze, Maschinen­halle wird RAG-Repräsentanz, Freizeit und Erholung

Was ist besonders:
Nutzung der Maschinenhalle auch als Veranstaltungsort, Saarpolygon seit 2016 Aussichtspunkt

Schachtanlage von Oeynhausen

Am Nordschacht in Mettingen

Ibbenbürer Revier

Was: Schachtanlagen von Oeynhausen und Am Nordschacht, Förderung seit 1850
Wo: Ensdorf
Wann: Stilllegung 2018

Wie groß: 72 Hektar (Ibbenbüren) , 15 Hektar (Mettingen)
Was entsteht: Neue Arbeitsplätze, ­Wohnen, Natur

Was ist besonders:
2020 Abriss der alten Industrieanlagen

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Meiler zur Herstellung von Holzkohle

Herstellung von Holzkohle

Die einzelnen Holzstücke werden zu einem kegelförmigen Haufen geschichtet und mit Erde und Rasen abgedeckt. So ein Haufen wird Meiler genannt. Nur durch kleine Öffnungen im Meiler gelangt Luft unter die Abdeckung.

Das Ziel ist es, möglichst nicht das Holz, sondern nur die aus dem erhitzten Holz entweichenden Gase zu verbrennen. An dem aufsteigenden Rauch kann der Köhler sehen, ob die Verkohlung gelungen ist. Dann verschließt er die Luftöffnungen, und der Meiler kühlt langsam wieder ab. Die Holzkohle ist fertig. Heute gibt es in manchen Waldgebieten Köhler, die dieses alte Verfahren vorführen.

Schlägel und Eisen wurden zum Symbol für den Bergbau. Schon im Mittelalter taucht das Zeichen in vielen Stadtwappen auf.

Auch heute noch sind Schlägel und Eisen in manchen Stadtwappen enthalten. So zum Beispiel in St. Andreasberg/Harz, wo Erz abgebaut wurde, oder in den Bergbaustädten Gelsenkirchen und Herne im Ruhrgebiet, St. Ingbert im Saarrevier oder Peißenberg in Bayern.
Auch auf Landkarten findet man das Symbol als Kennzeichnung für ein Bergwerk. Steht das Zeichen auf dem Kopf, zeigt es ein still­gelegtes Bergwerk an.

Skip ist das englische Wort für ein geschlossenes Förder­gefäß aus Stahl, das ungefähr 17 Meter hoch, 3,50 Meter lang und 2 Meter breit ist.

Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km pro Stunde rasen zwei Skips über 30 Mal in der Stunde durch den Schacht von der Oberfläche zum Füllort und zurück – vollautomatisch.

Wenn der eine Skip unten ist, ist der andere oben.
So werden bis zu 1.000 Tonnen Kohle in der Stunde gefördert.

Benno Bergmann hat für euch aufgeschrieben, wie die Arbeit eines Bergmanns aussah. Außerdem hat er erzählt, wie ein Bergwerk funktioniert. Die Bergleute arbeiteten in drei Schichten rund um die Uhr. Das alles kannst du in den folgenden Kapiteln nachlesen.

Bereits im 13. Jahrhundert wurde nach der Steinkohle gegraben. Von 1957 bis 2018 gab es im Ruhrrevier 140 Bergwerke. An der Lippe wurde die Kohle bis in einer Tiefe von 1.500 Meter abgebaut. Am 21.12.2018 wurde mit Prosper Haniel feierlich das letzte Bergwerk in Deutschland geschlossen.