Bianca Bergmann erklärt

Unsere Steinkohle

gestern – heute – morgen

Gefördert durch

Bianca Bergmann erklärt

Unsere Steinkohle

gestern – heute – morgen

Bildungsprojekt gefördert durch

Das Ruhrgebiet entsteht

Der Transport der Kohle zum Verbraucher war lange Zeit ein großes Problem. Die Wege waren sehr schlecht und nicht befestigt. Man musste erst breite und feste Wege bauen, um die Kohlen mit Pferdewagen transportieren zu können. Trotzdem konnten auf dem Landweg nur geringe Mengen befördert werden.

Dieser Nachbau einer Ruhraake ist in Witten, beim LWL-Industrie­­museum Zeche Nachtigall, zu sehen.

Segelschiffe auf der Ruhr brachten einen großen Fortschritt. Doch weil die Ruhr ein flacher Fluss mit wenig Gefälle ist, mussten erst 16 Schleusen gebaut werden, um den Fluss aufzustauen.

Die Lastkähne, auch Ruhraaken genannt, hatten deshalb besonders flache Böden. Im Jahr 1780 war dann eine durchgehende Schifffahrt bis zum Rhein möglich.

Mit bis zu 150 Tonnen Kohlen beladen fuhren die Lastkähne flussabwärts bis nach Duisburg und über den Rhein sogar bis nach Holland.

Noch vor 200 Jahren prägten ausgedehnte Wälder, viele Felder und kleine Dörfer das heutige Ruhrgebiet.

Die Stadt Essen, in der heute über 590.000 Menschen leben, hatte um das Jahr 1800 nur 3.500 Einwohner/-innen. Die lebten vom Handwerk und vom Handel. Auf dem sogenannten Hellweg reisten die Händler von Duisburg über Essen und Dortmund bis nach Magdeburg.Gleichzeitig wurde im Ruhrtal die Steinkohle gewonnen und über die Ruhr verschifft. Viele kleine Metall verarbeitende Firmen hatten sich in den Tälern des nahen Sauerlands angesiedelt. Sie nutzten die Nebenflüsse der Ruhr und betrieben ihre Maschinen meist noch mit Wasserkraft (vgl. Karte um 1840).

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Meiler zur Herstellung von Holzkohle

Herstellung von Holzkohle

Die einzelnen Holzstücke werden zu einem kegelförmigen Haufen geschichtet und mit Erde und Rasen abgedeckt. So ein Haufen wird Meiler genannt. Nur durch kleine Öffnungen im Meiler gelangt Luft unter die Abdeckung.

Das Ziel ist es, möglichst nicht das Holz, sondern nur die aus dem erhitzten Holz entweichenden Gase zu verbrennen. An dem aufsteigenden Rauch kann der Köhler sehen, ob die Verkohlung gelungen ist. Dann verschließt er die Luftöffnungen, und der Meiler kühlt langsam wieder ab. Die Holzkohle ist fertig. Heute gibt es in manchen Waldgebieten Köhler, die dieses alte Verfahren vorführen.

Schlägel und Eisen wurden zum Symbol für den Bergbau. Schon im Mittelalter taucht das Zeichen in vielen Stadtwappen auf.

Auch heute noch sind Schlägel und Eisen in manchen Stadtwappen enthalten. So zum Beispiel in St. Andreasberg/Harz, wo Erz abgebaut wurde, oder in den Bergbaustädten Gelsenkirchen und Herne im Ruhrgebiet, St. Ingbert im Saarrevier oder Peißenberg in Bayern.
Auch auf Landkarten findet man das Symbol als Kennzeichnung für ein Bergwerk. Steht das Zeichen auf dem Kopf, zeigt es ein still­gelegtes Bergwerk an.

Skip ist das englische Wort für ein geschlossenes Förder­gefäß aus Stahl, das ungefähr 17 Meter hoch, 3,50 Meter lang und 2 Meter breit ist.

Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km pro Stunde rasen zwei Skips über 30 Mal in der Stunde durch den Schacht von der Oberfläche zum Füllort und zurück – vollautomatisch.

Wenn der eine Skip unten ist, ist der andere oben.
So werden bis zu 1.000 Tonnen Kohle in der Stunde gefördert.

Benno Bergmann hat für euch aufgeschrieben, wie die Arbeit eines Bergmanns aussah. Außerdem hat er erzählt, wie ein Bergwerk funktioniert. Die Bergleute arbeiteten in drei Schichten rund um die Uhr. Das alles kannst du in den folgenden Kapiteln nachlesen.

Bereits im 13. Jahrhundert wurde nach der Steinkohle gegraben. Von 1957 bis 2018 gab es im Ruhrrevier 140 Bergwerke. An der Lippe wurde die Kohle bis in einer Tiefe von 1.500 Meter abgebaut. Am 21.12.2018 wurde mit Prosper Haniel feierlich das letzte Bergwerk in Deutschland geschlossen.