Bianca Bergmann erklärt

Unsere Steinkohle

gestern – heute – morgen

Gefördert durch

Bianca Bergmann erklärt

Unsere Steinkohle

gestern – heute – morgen

Bildungsprojekt gefördert durch

Die Dampfmaschine bekommt Räder

Mit der Erfindung der Dampfmaschine veränderte sich die Region. Im Jahr 1835 fuhr in Deutschland die erste Dampfeisenbahn. Das Streckennetz wuchs schnell.

Immer mehr Dampfloks brauchten immer mehr Kohle. Gleichzeitig wurde auch viel Kohle für die Produktion von Eisen und Stahl benötigt, um Schienen und Loks zu bauen. Dieser Zeitpunkt wird als Beginn des Industriezeitalters gesehen.

Auch der Kohleabbau selbst profitierte von der neuen Technik. Die Entwässerung der tieferen Schächte erfolgte mit Pumpen, die durch Dampfmaschinen angetrieben wurden. Nun konnte viel mehr Kohle gefördert werden.

Dampfmaschine zur Schachtentwässerung

Im Jahr 1848 wurde die Bergisch-Märkische Eisenbahn von Wuppertal-Elberfeld über Witten nach Dortmund in Betrieb genommen.

Viele Zechen ließen nun ihre Kohle mit der Eisenbahn und nicht mehr auf Ruhrschiffen transportieren. Sie bauten Zubringerbahnen zu dieser Strecke und konnten so noch mehr Kohlen in kürzerer Zeit transportieren.

Dadurch konnten sie die Verkaufsmenge steigern. Außerdem waren sie nicht mehr abhängig vom Wind und vom Wasserstand der Ruhr.

Als im Jahr 1862 auch noch die direkte Eisenbahnverbindung zwischen Witten und Duisburg fertig gestellt war, war das Ende der Ruhrschifffahrt gekommen. 1890 wurde die letzte Ruhraake an Land gezogen.

Kohleabbau 1925

Zeche Sälzer-Neusack in Essen 1880

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Meiler zur Herstellung von Holzkohle

Herstellung von Holzkohle

Die einzelnen Holzstücke werden zu einem kegelförmigen Haufen geschichtet und mit Erde und Rasen abgedeckt. So ein Haufen wird Meiler genannt. Nur durch kleine Öffnungen im Meiler gelangt Luft unter die Abdeckung.

Das Ziel ist es, möglichst nicht das Holz, sondern nur die aus dem erhitzten Holz entweichenden Gase zu verbrennen. An dem aufsteigenden Rauch kann der Köhler sehen, ob die Verkohlung gelungen ist. Dann verschließt er die Luftöffnungen, und der Meiler kühlt langsam wieder ab. Die Holzkohle ist fertig. Heute gibt es in manchen Waldgebieten Köhler, die dieses alte Verfahren vorführen.

Schlägel und Eisen wurden zum Symbol für den Bergbau. Schon im Mittelalter taucht das Zeichen in vielen Stadtwappen auf.

Auch heute noch sind Schlägel und Eisen in manchen Stadtwappen enthalten. So zum Beispiel in St. Andreasberg/Harz, wo Erz abgebaut wurde, oder in den Bergbaustädten Gelsenkirchen und Herne im Ruhrgebiet, St. Ingbert im Saarrevier oder Peißenberg in Bayern.
Auch auf Landkarten findet man das Symbol als Kennzeichnung für ein Bergwerk. Steht das Zeichen auf dem Kopf, zeigt es ein still­gelegtes Bergwerk an.

Skip ist das englische Wort für ein geschlossenes Förder­gefäß aus Stahl, das ungefähr 17 Meter hoch, 3,50 Meter lang und 2 Meter breit ist.

Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km pro Stunde rasen zwei Skips über 30 Mal in der Stunde durch den Schacht von der Oberfläche zum Füllort und zurück – vollautomatisch.

Wenn der eine Skip unten ist, ist der andere oben.
So werden bis zu 1.000 Tonnen Kohle in der Stunde gefördert.

Benno Bergmann hat für euch aufgeschrieben, wie die Arbeit eines Bergmanns aussah. Außerdem hat er erzählt, wie ein Bergwerk funktioniert. Die Bergleute arbeiteten in drei Schichten rund um die Uhr. Das alles kannst du in den folgenden Kapiteln nachlesen.

Bereits im 13. Jahrhundert wurde nach der Steinkohle gegraben. Von 1957 bis 2018 gab es im Ruhrrevier 140 Bergwerke. An der Lippe wurde die Kohle bis in einer Tiefe von 1.500 Meter abgebaut. Am 21.12.2018 wurde mit Prosper Haniel feierlich das letzte Bergwerk in Deutschland geschlossen.