Aus Bauern werden Bergleute
Niemand weiß genau, wann der Steinkohlenbergbau an der Ruhr begonnen hat. Ebenso wenig kennt man den Ort, an dem die Kohle entdeckt wurde.
Diese Sage vom Muttental bei Witten an der Ruhr erzählt man sich in ähnlicher Form aber auch in anderen alten Bergbaugebieten.
Es gibt eine Sage, die erzählt, dass sich ein Schweinehirte im Muttental bei Witten abends an einem Feuer gewärmt hat. Am nächsten Morgen fand er noch glühende Steine in der Feuerstelle. Das waren Kohlen.
Schmied bei der Arbeit

1755 gab es im heutigen Ruhrrevier an die 200 Zechen, auch Gruben genannt, mit rund 650 Bergleuten. Es waren also meist sehr kleine Betriebe und etwa die Hälfte lag still. Eine Grube mit 22 Arbeitern war schon ein Großbetrieb.
Die Gruben hießen „Friedlicher Nachbar“, „Fröhliche Morgensonne“, oder nach den Flözen „Dickebank“ und „Finefrau“. Zahlreiche Straßennamen im Ruhrgebiet erinnern daran.
Der Bedarf an Brennstoffen hatte mittlerweile stark zugenommen. Mit Holz und Holzkohle ließ sich die Nachfrage einer beginnenden Industrie und wachsenden Bevölkerung nicht mehr befriedigen. Zu viel Wald wurde gerodet. Daher befahl der Staat, Steinkohle anstelle von Holzkohle zu verwenden. Wer dies nicht befolgte, wurde bestraft.
Nun regelte der preußische Staat den Kohleabbau und beendete die Zeit der Kohlengräberei. Aus alten Erzabbaugebieten wurden Bergleute angeworben. Ihr technisches Wissen kam nun dem Bergbau im Steinkohlenrevier zugute.
