Technische Hochschule Georg Agricola – Wissen für die Welt
An der Technischen Hochschule in Bochum studieren heute etwa 2.500 Studi-Kumpel, so nennen die Studierenden sich selber gerne. Etwa 20 Prozent davon kommen aus über 30 anderen Ländern der Welt, wo Bergbau betrieben wird.
Wer war Georgius Agricola?
Georg Bauer, oder auf lateinisch Georgius Agricola, lebte von 1494 bis 1555 im Erzgebirge. Er war Arzt, Apotheker und Naturwissenschaftler. Ihn interessierten die Arbeit der Bergleute, die verschiedenen Minerale und die Verarbeitung der Erze sehr. Darüber hinterließ er ein Gesamtwerk von 12 Handbüchern in lateinischer Sprache.

Neben der Theorie und Arbeiten in den Laboren der Hochschule können die Studierenden auch Praxis schnuppern. Bianca hat schon auf ehemaligen Bergwerksgeländen Boden- und Wasseranalysen durchgeführt. In der zentralen Leitwarte der ehemaligen Zeche Pluto in Herne konnte sie ein Praktikum machen und den Fachleuten über die Schulter schauen.
Anders als in Deutschland wird in vielen anderen Ländern noch aktiv Steinkohle gefördert. So ist es für Studierende aus dem Ausland wichtig, alles über den Bergbau zu erfahren. Ein großer Teil der Vorlesungen und Seminare widmet sich dazu dem Nachbergbau mit seinen Ewigkeitsaufgaben. Was soll man mit dem alten Schacht machen? Wohin mit dem Grubenwasser und dem Grubengas? Wie können die Zechenstandorte neu genutzt werden? Gibt es Umweltbelastungen im Boden oder im Wasser? Antworten auf diese Fragen gibt das Forschungszentrum Nachbergbau.
Dieses Zentrum wird seit 2010 von der RAG-Stiftung unterstützt, zum Beispiel mit einer Professur für „Geomonitoring im Alt- und Nachbergbau“. Hierbei geht es darum, mit modernen Methoden die Bergbaufolgen langfristig zu überwachen.
Denn ein genauer Blick auf die alten Reviere ist wichtig. Dazu geht die Forschung auch schon mal in die Luft. Drohnen kontrollieren die Landschaft aus der Vogelperspektive. So können Bodenbewegungen schnell entdeckt werden. Denn es kann durchaus sein, dass sich das Gelände senkt oder anhebt. Grund ist der steigende Wasserdruck in den mit Wasser erfüllten Grubengebäuden. Auch Satellitenbilder werden zur Überwachung eingesetzt.