Bianca Bergmann erklärt

Unsere Steinkohle

gestern – heute – morgen

Gefördert durch

Bianca Bergmann erklärt

Unsere Steinkohle

gestern – heute – morgen

Bildungsprojekt gefördert durch

Wanderung der Arbeiter ins Revier

Viele Menschen kamen ins Ruhrgebiet, um hier zu arbeiten und zu wohnen. So entstanden rings um die Zechenstandorte Siedlungen. In Essen lebten im Jahr 1900 fast 120.000 Menschen. Nur 5 Jahre später waren es schon 230.000 Einwohner/-innen.

Über die Familiennamen kann man häufig die Herkunft der Familien ableiten.

Ein halbes Jahrhundert später kamen viele Gastarbeiter/-innen, etwa aus Italien, Spanien, Portugal, Jugoslawien, der Türkei und Griechenland, weil sie in ihrer Heimat keine Arbeit fanden. Bei uns wurden sie gebraucht. Sie brachten nicht nur ihre Arbeitskraft, sondern auch typische Speisen mit.

Allen voran die Italiener/-innen. In dieser Zeit wurden im Ruhrgebiet viele Eisdielen und Pizzerien eröffnet. Pizza und Spaghetti gehören bei vielen zu den Lieblingsgerichten.

Beim Schnellimbiss ist der Döner heute sehr gefragt. Dieses Fleischgericht ist mit der letzten großen Zuwanderung von Arbeitskräften und ihren Familien aus der Türkei nach Deutschland gekommen. Es ist die erste große Bevölkerungsgruppe, die einer anderen Religion angehört.
Heute erleben wir, wie Muslime in unserer Nachbarschaft den Ramadan und ihr Zuckerfest feiern, in die Moschee gehen und beten.

Weil in vielen Familien nicht nur deutsch gesprochen wird, haben manche Kinder anfangs Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Bei den Eltern war das am Arbeitsplatz nicht anders.

Das Zusammenleben war und ist nicht immer einfach, wenn Menschen mit verschiedenen Gewohnheiten, Sitten und Gebräuchen aufeinanderstoßen. Im Bergbau hat dies aber recht gut funktioniert: Der Kollege war ein „Kumpel”, jemand auf den Verlass ist. Denn das musste sein: Unter Tage muss man sich auf „seinen Kumpel” verlassen können.

Die Zuwanderungen zeigen, dass das Ruhrgebiet ein Schmelztiegel vieler Nationalitäten geworden ist. Sie haben mehr mitgebracht als Pizza und Döner. Die Kultur ist vielfältiger geworden.

Ansicht des ­Dortmunder Hauptbahnhofs auf einer Ansichtskarte (um 1900).

Anwerbung von Arbeitskräften im Jahr 1918

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Meiler zur Herstellung von Holzkohle

Herstellung von Holzkohle

Die einzelnen Holzstücke werden zu einem kegelförmigen Haufen geschichtet und mit Erde und Rasen abgedeckt. So ein Haufen wird Meiler genannt. Nur durch kleine Öffnungen im Meiler gelangt Luft unter die Abdeckung.

Das Ziel ist es, möglichst nicht das Holz, sondern nur die aus dem erhitzten Holz entweichenden Gase zu verbrennen. An dem aufsteigenden Rauch kann der Köhler sehen, ob die Verkohlung gelungen ist. Dann verschließt er die Luftöffnungen, und der Meiler kühlt langsam wieder ab. Die Holzkohle ist fertig. Heute gibt es in manchen Waldgebieten Köhler, die dieses alte Verfahren vorführen.

Schlägel und Eisen wurden zum Symbol für den Bergbau. Schon im Mittelalter taucht das Zeichen in vielen Stadtwappen auf.

Auch heute noch sind Schlägel und Eisen in manchen Stadtwappen enthalten. So zum Beispiel in St. Andreasberg/Harz, wo Erz abgebaut wurde, oder in den Bergbaustädten Gelsenkirchen und Herne im Ruhrgebiet, St. Ingbert im Saarrevier oder Peißenberg in Bayern.
Auch auf Landkarten findet man das Symbol als Kennzeichnung für ein Bergwerk. Steht das Zeichen auf dem Kopf, zeigt es ein still­gelegtes Bergwerk an.

Skip ist das englische Wort für ein geschlossenes Förder­gefäß aus Stahl, das ungefähr 17 Meter hoch, 3,50 Meter lang und 2 Meter breit ist.

Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km pro Stunde rasen zwei Skips über 30 Mal in der Stunde durch den Schacht von der Oberfläche zum Füllort und zurück – vollautomatisch.

Wenn der eine Skip unten ist, ist der andere oben.
So werden bis zu 1.000 Tonnen Kohle in der Stunde gefördert.

Benno Bergmann hat für euch aufgeschrieben, wie die Arbeit eines Bergmanns aussah. Außerdem hat er erzählt, wie ein Bergwerk funktioniert. Die Bergleute arbeiteten in drei Schichten rund um die Uhr. Das alles kannst du in den folgenden Kapiteln nachlesen.

Bereits im 13. Jahrhundert wurde nach der Steinkohle gegraben. Von 1957 bis 2018 gab es im Ruhrrevier 140 Bergwerke. An der Lippe wurde die Kohle bis in einer Tiefe von 1.500 Meter abgebaut. Am 21.12.2018 wurde mit Prosper Haniel feierlich das letzte Bergwerk in Deutschland geschlossen.