Ewigkeitsaufgabe Polderflächen im Ruhrgebiet

Pumpwerke und Dämme mussten im Ruhrgebiet schon vor mehr als 100 Jahren gebaut werden. Denn durch den Kohlenabbau haben sich große Teile des Reviers um bis zu 30 Meter abgesenkt. Die Flächen, die ständig künstlich entwässert werden müssen, nennt man Polderflächen. Nur über Deiche und ein künstliches Gefälle können heute Emscher und Lippe in Richtung Rhein fließen. Sonst flössen sie im schlimmsten Fall rückwärts.
Bergsenkung im Emschergebiet
Die Emscher und ihre Nebenflüsse mussten früher im Jahr 1 Milliarde Kubikmeter Wasser Richtung Rhein transportieren. Damit könnte man rund 1,5 Millionen 25-Meter-Schwimmbecken füllen. Doch mittlerweile wird sie renaturiert – also von Abwässern und Grubenwasser befreit und wieder ein natürliches Gewässer.
Deshalb ist ein sehr komplexes Grubenwassersystem unter dem Ruhrgebiet entwickelt worden. Die unterschiedlich großen Hohlräume werden ganz langsam geflutet. Das wird in der zentralen Leitwarte kontrolliert. Es gibt sogar Messgeräte unter Tage, die ständig Informationen an die zentrale Leitwarte senden.
Pumpwerk der Emschergenossenschaft in Bottrop
Durch Grubengebäude und Verbindungskanäle unter Tage wird das Grubenwasser unterirdisch zu den Standorten der Wasserhaltung gelenkt. Diese sollen im Revier bis zum Jahr 2035 auf nur 6 Standorte reduziert werden. Dort wird das Wasser aus etwa 600 Meter Tiefe mit Tauchpumpen an die Oberfläche gehoben. Nach einer chemischen Kontrolle wird das Wasser direkt in die Flüsse Ruhr, Lippe und Rhein eingeleitet. Dann gelangt auch dieses Wasser wieder in den ewigen Kreislauf.
In dieser vereinfachten Darstellung sieht man das Ruhrgebiet, unterteilt in schematische Wasserprovinzen. Diese großen Hohlräume sind untereinander verbunden und weisen unterschiedliche Wasserspiegel auf.