Bianca Bergmann erklärt

Unsere Steinkohle

gestern – heute – morgen

Gefördert durch

Bianca Bergmann erklärt

Unsere Steinkohle

gestern – heute – morgen

Bildungsprojekt gefördert durch

Erneuerbare Energiekonzepte auf alten Bergbauflächen

Neue Energiequellen auf alten Standorten

Erdwärme

Die natürliche Wärme des Gesteins überträgt sich auf das Grubenwasser. Das Wasser, das aus der Tiefe gefördert wird, hat eine Temperatur bis 28 Grad Celsius. Diese Wärmequelle kann man für das Heizen von Schwimmbädern, Gewächshäusern und Wohnhäusern nutzen. Auf Zollverein in Essen verlaufen unterirdische Leitungen mit dem erwärmten Frischwasser vom Schacht 1/2 zum bekannten SANAA-Gebäude. 

Grubengasverwertungsanlage
Bergwerk Prosper-Haniel, Schacht 9

Grubengas

Bei der Bildung der Steinkohle entstand auch Gas, das beim aktiven Bergbau wieder freigesetzt wurde. Es ist giftig und kann sogar explodieren. Früher nahmen die Bergleute Kanarienvögel mit in die Grube. Ging es den Vögeln schlecht, musste für eine bessere Belüftung gesorgt werden. Später überwachte die Grubenwarte die Luft untertage.

Obwohl die Bergwerke geschlossen sind, muss das Grubengas weiterhin abgesaugt werden. Sonst kann es über verschiedene Wege an die Oberfläche gelangen und den Treibhauseffekt in der Atmosphäre verstärken.

Das Grubengas wird über Rohre zu Heizkraftwerken geleitet. Es kann, wie Erdgas, zur Strom- und Wärme­erzeugung genutzt werden. Das ist eine sehr wichtige Maßnahme des Bergbaus zum Klimaschutz.

Windräder auf der Bergehalde Brinkfortsheide in Marl

Windenergie

Die bis zu 100 m hohen Bergehalden sind sehr gute Standorte für Windräder. Der erzeugte Strom wird über eine Stromleitung zum nächsten Umspannwerk transportiert. Dort wird er an das Stromnetz angepasst, bevor wir ihn nutzen können. Es gibt bereits 5 Anlagen in Nordrhein­ Westfalen und 2 im Saarland, die auf diese Weise umweltfreundlichen Strom erzeugen.

Solaranlage Brönnchesthal, Bergehalde Reden in Schiffweiler (Saarland)

Sonnenergie

In Deutschland scheint die Sonne etwa 1.400 bis 1.800 Stunden im Jahr. Diese Energie des Sonnenlichts kann über chemische Prozesse in den Solarzellen direkt in Strom umgewandelt werden.

Solaranlagen auf Hausdächern gibt es schon sehr viele. Große Solarparks entstehen auf frei gewordenen Bergbauflächen und Bergehalden. In der Nachbergbauzeit sind auf diesen Flächen im Saarland bereits 7 Solar­anlagen gebaut worden.

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Meiler zur Herstellung von Holzkohle

Herstellung von Holzkohle

Die einzelnen Holzstücke werden zu einem kegelförmigen Haufen geschichtet und mit Erde und Rasen abgedeckt. So ein Haufen wird Meiler genannt. Nur durch kleine Öffnungen im Meiler gelangt Luft unter die Abdeckung.

Das Ziel ist es, möglichst nicht das Holz, sondern nur die aus dem erhitzten Holz entweichenden Gase zu verbrennen. An dem aufsteigenden Rauch kann der Köhler sehen, ob die Verkohlung gelungen ist. Dann verschließt er die Luftöffnungen, und der Meiler kühlt langsam wieder ab. Die Holzkohle ist fertig. Heute gibt es in manchen Waldgebieten Köhler, die dieses alte Verfahren vorführen.

Schlägel und Eisen wurden zum Symbol für den Bergbau. Schon im Mittelalter taucht das Zeichen in vielen Stadtwappen auf.

Auch heute noch sind Schlägel und Eisen in manchen Stadtwappen enthalten. So zum Beispiel in St. Andreasberg/Harz, wo Erz abgebaut wurde, oder in den Bergbaustädten Gelsenkirchen und Herne im Ruhrgebiet, St. Ingbert im Saarrevier oder Peißenberg in Bayern.
Auch auf Landkarten findet man das Symbol als Kennzeichnung für ein Bergwerk. Steht das Zeichen auf dem Kopf, zeigt es ein still­gelegtes Bergwerk an.

Skip ist das englische Wort für ein geschlossenes Förder­gefäß aus Stahl, das ungefähr 17 Meter hoch, 3,50 Meter lang und 2 Meter breit ist.

Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km pro Stunde rasen zwei Skips über 30 Mal in der Stunde durch den Schacht von der Oberfläche zum Füllort und zurück – vollautomatisch.

Wenn der eine Skip unten ist, ist der andere oben.
So werden bis zu 1.000 Tonnen Kohle in der Stunde gefördert.

Benno Bergmann hat für euch aufgeschrieben, wie die Arbeit eines Bergmanns aussah. Außerdem hat er erzählt, wie ein Bergwerk funktioniert. Die Bergleute arbeiteten in drei Schichten rund um die Uhr. Das alles kannst du in den folgenden Kapiteln nachlesen.

Bereits im 13. Jahrhundert wurde nach der Steinkohle gegraben. Von 1957 bis 2018 gab es im Ruhrrevier 140 Bergwerke. An der Lippe wurde die Kohle bis in einer Tiefe von 1.500 Meter abgebaut. Am 21.12.2018 wurde mit Prosper Haniel feierlich das letzte Bergwerk in Deutschland geschlossen.