Erneuerbare Energiekonzepte auf alten Bergbauflächen
Neue Energiequellen auf alten Standorten
Erdwärme
Die natürliche Wärme des Gesteins überträgt sich auf das Grubenwasser. Das Wasser, das aus der Tiefe gefördert wird, hat eine Temperatur bis 28 Grad Celsius. Diese Wärmequelle kann man für das Heizen von Schwimmbädern, Gewächshäusern und Wohnhäusern nutzen. Auf Zollverein in Essen verlaufen unterirdische Leitungen mit dem erwärmten Frischwasser vom Schacht 1/2 zum bekannten SANAA-Gebäude.
Grubengasverwertungsanlage
Bergwerk Prosper-Haniel, Schacht 9
Grubengas
Bei der Bildung der Steinkohle entstand auch Gas, das beim aktiven Bergbau wieder freigesetzt wurde. Es ist giftig und kann sogar explodieren. Früher nahmen die Bergleute Kanarienvögel mit in die Grube. Ging es den Vögeln schlecht, musste für eine bessere Belüftung gesorgt werden. Später überwachte die Grubenwarte die Luft untertage.
Obwohl die Bergwerke geschlossen sind, muss das Grubengas weiterhin abgesaugt werden. Sonst kann es über verschiedene Wege an die Oberfläche gelangen und den Treibhauseffekt in der Atmosphäre verstärken.
Das Grubengas wird über Rohre zu Heizkraftwerken geleitet. Es kann, wie Erdgas, zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden. Das ist eine sehr wichtige Maßnahme des Bergbaus zum Klimaschutz.
Windräder auf der Bergehalde Brinkfortsheide in Marl
Windenergie
Die bis zu 100 m hohen Bergehalden sind sehr gute Standorte für Windräder. Der erzeugte Strom wird über eine Stromleitung zum nächsten Umspannwerk transportiert. Dort wird er an das Stromnetz angepasst, bevor wir ihn nutzen können. Es gibt bereits 5 Anlagen in Nordrhein Westfalen und 2 im Saarland, die auf diese Weise umweltfreundlichen Strom erzeugen.
Solaranlage Brönnchesthal, Bergehalde Reden in Schiffweiler (Saarland)
Sonnenergie
In Deutschland scheint die Sonne etwa 1.400 bis 1.800 Stunden im Jahr. Diese Energie des Sonnenlichts kann über chemische Prozesse in den Solarzellen direkt in Strom umgewandelt werden.
Solaranlagen auf Hausdächern gibt es schon sehr viele. Große Solarparks entstehen auf frei gewordenen Bergbauflächen und Bergehalden. In der Nachbergbauzeit sind auf diesen Flächen im Saarland bereits 7 Solaranlagen gebaut worden.