Bianca Bergmann erklärt

Unsere Steinkohle

gestern – heute – morgen

Gefördert durch

Bianca Bergmann erklärt

Unsere Steinkohle

gestern – heute – morgen

Bildungsprojekt gefördert durch

Das Ruhrgebiet der Urgroßeltern

Die Entwicklung des Steinkohlenbergbaus ging rasant weiter. Im Jahr 1850 arbeiteten in 198 Zechen 12.700 Bergleute. Das sind im Schnitt jeweils 64 Bergleute auf einer Zeche. Um das Jahr 1910 sind es durch Zusammenschlüsse 25 Zechen weniger. Inzwischen arbeiteten auf einer Zeche im Durchschnitt aber fast 2.500 Mann, insgesamt also über 425.000 Bergleute in Deutschland.

Bergmann mit Presslufthammer (um 1950)

Die Kohlenflöze tauchen im Ruhrgebiet nach Norden hin immer tiefer ab. Die Bergleute folgten ihnen. Im Bereich der Lippe, wo bis 2018 die Steinkohle abgebaut wurde, liegen die Steinkohlenflöze in über 1.500 Meter Tiefe.

Nachdem man Schächte senkrecht in die Tiefe bauen konnte, wuchs das Fördergebiet der Kohle im Ruhrgebiet um das Vierfache. Aber auch überirdisch hat sich in jenen Jahren viel getan. An vielen Orten entstanden Industriebetriebe wie Krupp, Thyssen und Hoesch, die in Hochöfen Eisen herstellten und verarbeiteten. Das ging nur mit Kohle und Koks.

Um eine Tonne Eisenerz zu Eisen zu schmelzen, brauchte man etwa zwei Tonnen Kohle. Deshalb war es praktisch, die Eisenhütten dort zu bauen, wo man die Kohle ohne weite Wege und ohne teure Transportkosten bekommen konnte.

Um 1900 entwickelte sich das Ruhrgebiet zu einer der erfolgreichsten Regionen der Eisen- und Stahlproduktion. Das Schienennetz gehört noch heute zu den dichtesten der Welt.

Kohlengräberei

Zuerst wurde die Kohle an der Erdoberfläche ausgegraben. Deshalb sprach man auch von Kohlengräberei.

Stollenbau

Vor allem an Berghängen wurden schon kurze Zeit ­später fast waagerechte ­Stollen in den Hang getrieben, um noch mehr Kohle abbauen zu können. (2)

Tiefbau

Mit senkrechten Schächten drangen die Bergleute auch zu tief gelegenen Flözen vor. Ein weiterer Schacht versorgte die Bergleute untertage mit Frischluft.

Aber erst mit der Erfindung der Dampfmaschine konnte in der Tiefe gegraben werden. Denn das Grundwasser konnte nur mit ihrer Hilfe abgepumpt werden. (3)

Essen um 1580

Essen um 1890

Essen heute

Möchtest du etwas suchen? Dann gib dein Suchwort hier ein …

Meiler zur Herstellung von Holzkohle

Herstellung von Holzkohle

Die einzelnen Holzstücke werden zu einem kegelförmigen Haufen geschichtet und mit Erde und Rasen abgedeckt. So ein Haufen wird Meiler genannt. Nur durch kleine Öffnungen im Meiler gelangt Luft unter die Abdeckung.

Das Ziel ist es, möglichst nicht das Holz, sondern nur die aus dem erhitzten Holz entweichenden Gase zu verbrennen. An dem aufsteigenden Rauch kann der Köhler sehen, ob die Verkohlung gelungen ist. Dann verschließt er die Luftöffnungen, und der Meiler kühlt langsam wieder ab. Die Holzkohle ist fertig. Heute gibt es in manchen Waldgebieten Köhler, die dieses alte Verfahren vorführen.

Schlägel und Eisen wurden zum Symbol für den Bergbau. Schon im Mittelalter taucht das Zeichen in vielen Stadtwappen auf.

Auch heute noch sind Schlägel und Eisen in manchen Stadtwappen enthalten. So zum Beispiel in St. Andreasberg/Harz, wo Erz abgebaut wurde, oder in den Bergbaustädten Gelsenkirchen und Herne im Ruhrgebiet, St. Ingbert im Saarrevier oder Peißenberg in Bayern.
Auch auf Landkarten findet man das Symbol als Kennzeichnung für ein Bergwerk. Steht das Zeichen auf dem Kopf, zeigt es ein still­gelegtes Bergwerk an.

Skip ist das englische Wort für ein geschlossenes Förder­gefäß aus Stahl, das ungefähr 17 Meter hoch, 3,50 Meter lang und 2 Meter breit ist.

Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km pro Stunde rasen zwei Skips über 30 Mal in der Stunde durch den Schacht von der Oberfläche zum Füllort und zurück – vollautomatisch.

Wenn der eine Skip unten ist, ist der andere oben.
So werden bis zu 1.000 Tonnen Kohle in der Stunde gefördert.

Benno Bergmann hat für euch aufgeschrieben, wie die Arbeit eines Bergmanns aussah. Außerdem hat er erzählt, wie ein Bergwerk funktioniert. Die Bergleute arbeiteten in drei Schichten rund um die Uhr. Das alles kannst du in den folgenden Kapiteln nachlesen.

Bereits im 13. Jahrhundert wurde nach der Steinkohle gegraben. Von 1957 bis 2018 gab es im Ruhrrevier 140 Bergwerke. An der Lippe wurde die Kohle bis in einer Tiefe von 1.500 Meter abgebaut. Am 21.12.2018 wurde mit Prosper Haniel feierlich das letzte Bergwerk in Deutschland geschlossen.