Wie kam die Kohle in die Erde?
Die Entstehung der Steinkohle beginnt in der Karbonzeit
Im Zoo waren sicher alle schon einmal — auch im Tropenhaus, wo exotische Tiere in sehr warmer und feuchter Luft leben. Auch ungewöhnliche Pflanzen wachsen hier.
So muss man sich das Klima vorstellen, das in Deutschland im Karbon vor rund 300 Millionen Jahren geherrscht hat: warm und feucht. Damals gab es zahlreiche Insektenarten, auch die Vorfahren der heutigen Libellen. Dinosaurier gab es noch nicht.
Tiere im Karbon
Größenvergleich der
„Meganeura monyi“ mit einer
der größten Libellen unserer
Zeit –der „Megaloprepus
caerulatus“. Sie lebt in den
tropischen Wäldern von
Mittel- und Südamerika.
Geologische Zeittafel
Amphibien und Lurche sind Tiere, die als Larven meistens im Wasser leben. Nach einer Umwandlung konnten sie später auch an Land leben. Häufig in der Nähe von Gewässern, wie auch heute der Frosch. In den Meeren wimmelte es von Fischen.
Reptilien sind Wirbeltiere, die sich an Land kriechend fortbewegen. Das Krokodil gehört dazu.
Wie bunt waren die Tiere?
In der Zeittafel sind alle Tiere in schwarz-weiß dargestellt. Durch Knochenfunde und Abdrücke konnten Wissenschaftler zwar ihre Form rekonstruieren, aber nicht ihre Farben. Wenn du Lust hast, lade das Ausmalblatt herunter und mal die Tiere doch bunt an.
So stellen sich die Geologen den „Steinkohlenwald“ vor.
Die tropischen Sumpfwälder am Äquator wurden immer wieder von Wasser überflutet. Die Wurzeln verfaulten, so dass die Bäume abstarben und schließlich umstürzten.
Meer und Flüsse brachten Sand und Ton in das überschwemmte Gebiet und bedeckten damit die abgestorbenen Pflanzen. Luft kam hier nicht mehr dran. Die Pflanzenteile verfaulten nicht mehr, sondern wurden zu Torf.
Der Torf und die Ton- und Sandschichten kamen wie bei einem Sandwich übereinander zu liegen. Dieser Vorgang wiederholte sich mehrere hundert Mal. Dadurch wurden die Schichten immer stärker zusammengedrückt und das Wasser herausgepresst. Die Schicht wird nun Torfflöz genannt [1].
Der Torf wurde immer fester und in der Tiefe auch immer wärmer. Denn die Temperatur der Erde nimmt mit der Tiefe zu. Das waren ideale Bedingungen für die Kohleentstehung. Aus dem Torf wurde so über Jahrmillionen Braunkohle [2] [3].
Später wurde daraus Steinkohle, diese Flöze lagern heute in vielen hundert Metern Tiefe [4].

Kräfte in der Erde haben diese Schichten später zusammengeschoben, gefaltet, gebrochen und schief gestellt. So entstand in Mitteleuropa am Ende der Karbonzeit ein Gebirge [5].
Deutschland wanderte weiter nach Norden. In der Folgezeit wurde das Klima heiß und trocken, Flüsse und Seen trockneten aus. Das Gebirge wurde durch Wind und Wasser wieder abgetragen [6].
Die Reise Deutschlands ging immer weiter Richtung Norden. In der Kreidezeit war das Klima bei uns wie heute am Mittelmeer. Dinosaurier besiedelten das Land, riesige Tintenfische mit schneckenartigem Gehäuse, die so genannten Ammoniten, lebten in den Meeren.
In dieser Zeit senkte sich der Norden des heutigen Europas, und das Meer überschwemmte diesen Bereich. Der Strand dieses Kreidemeeres lag im Süden des Ruhrgebiets.
Im Münsterland lagerten sich in der Kreidezeit bis zu 1.000 m dicke Schichten aus Kalk, Sand und Ton ab. Da diese wie eine Decke über den alten Gebirgsresten aus der Karbonzeit liegen, nennt man sie auch Deckgebirge. Darunter, im Grundgebirge, liegt die Kohle [7].
Die Bergleute mussten deshalb auch erst einen Schacht durch dieses Deckgebirge treiben, bis sie die Kohlenflöze abbauen konnten.
An der Ruhr im Süden des Ruhrgebiets kommen die Kohlenschichten dagegen bis an die Oberfläche. Der Bergmann sagt dann: „Die Kohle streicht aus.“ [8]
Sandstein
Ein Kohleflöz tritt an die Oberfläche:
Hier streicht die Kohle aus.
Schieferton
Steinbruchwand im Muttental (Witten)
Fossilien
Spuren aus der Zeit der Kohleentstehung findet man heute noch als Fossilien. Das sind die versteinerten Reste von Tieren und Pflanzen.
Häufig sind nur die Abdrücke von den harten Pflanzen oder Schalenteile erhalten geblieben. Die meisten Fossilien findet man in Gesteinen, die früher einmal vom Wasser bedeckt waren.
Wissenschaftler können die Entwicklung des Lebens auf der Erde erklären, indem sie die versteinerten Tiere und Pflanzen genau untersuchen. Mit Hilfe von Fossilien kann so die Erdgeschichte in einzelne geologische Zeitabschnitte (zum Beispiel Karbon oder Kreide) gegliedert werden.
Farn heute
